Digitale Workshops vorbereiten

In den letzten zwei Jahren sind wir in Raketen gestiegen. Und zwar solche, die unglaublich schnell beschleunigen und uns in das große Unbekannte geschossen haben: die digitale Videokonferenz. Kaum zu glauben, dass das jetzt zu unserem Alltag gehört und ehrlich gesagt, ich möchte nicht mehr darauf verzichten. Was nicht heißen soll, dass ich ein gemeinsames Beisammensein in einem analogen Raum nicht auch schätzen würde. Aber, auch im digitalen Raum können wir uns treffen, uns austauschen und Nähe erfahren und ja sogar ganze Workshops abhalten. Ich war bei einer Vielzahl von digitalen Treffen mit dabei - mit wenigen und sehr vielen Leuten, mit und ohne Struktur und beinahe allen Emotionen.

Ein paar meiner Tipps für das Planen guter digitaler Workshops gebe ich Dir gerne auf den Weg. Ich freue mich, wenn Du auch Deine Erfahrungen mit mir teilst!

Wo treffen wir uns?

Die Zahl an möglichen Plattformen, auf denen man sich digital treffen kann, ist unglaublich groß und es ist für alle Eventualitäten eigentlich etwas dabei. Wenn ich mich mit Personen digital treffe, versuche ich im Vorfeld immer erst einmal zu fragen, mit welcher Plattform sie sich auskennen und wohlfühlen. Das macht es manchmal einfacher, manchmal aber nicht, denn sei Dir bewusst: auf eine Frage können 1000 Antworten folgen.

Gerade, wenn Du mit Personen zusammenkommst, die nicht so erprobt im Umgang sind, musst Du dir bewusst machen, dass es mitunter gezielte Unterstützung benötigt. Diese Zeit musst Du einplanen!

Meine Favoriten in der Nutzung sind die Tools wonder.me, meetzi und Zoom. Dabei nutze ich alle drei Umgebungen für digitale Workshops und setze bewusst auf eine Mischung aus Open-Source Anwendungen und bezahltem Angebot sowie Angeboten, die direkt im Browser oder über einen sog. Client (englischer Begriff für ein bestimmtes Programm) funktionieren und auch mit anderen Geräten, wie Handy oder einem Tablet genutzt werden können.

Und wann?

Wenn ich weiß, wo ich mich mit meinen Teilnehmer:innen treffen will, dann entscheide ich natürlich auch wann. In der Regel gebe ich einen solchen Termin vor oder er erfolgt in Absprache mit der Organisation, für die ich das Angebot anbiete. Gerade bei größeren Workshops bietet sich der Rückgriff auf sog. Veranstaltungs-Tools an. Dies hilft mir dabei zu sehen, wer sich bereits angemeldet hat oder absagt. Dafür kann ich die kostenlosen Tools wie eveeno und pretix empfehlen - beide werden auf europäischen Servern gehostet, und für das Erfassen von Daten Deiner Teilnehmer:innen sollte das berücksichtigt werden.

Bei kleineren Gruppen reicht aus meiner Sicht auch die Kommunikation über E-Mail aus. Ich habe dafür eine fixe E-Mailadresse, die nur für den Austausch mit den Teilnehmenden genutzt wird. Sollte es eine ganze Workshop-Reihe geben, die über einen längeren Zeitraum läuft, ist der Umstieg auf andere Kommunikationskanäle sinnvoll, z.B. Messenger-Dienste. Sprich mit Deinen Teilnehmer:innen darüber mit welchen Kanälen sie sich wohler fühlen.

Wenn das Finden eines Termins nicht ganz so einfach ist, bietet sich die Nutzung eines Terminfindungs-Tools an. Hier nutze ich gerne das Tool nuudel, das nicht nur schmackhaft klingt, sondern auch gut und datensparsam funktioniert.

Was muss ich mitbringen?

Bevor es in den gemeinsamen Digitalraum geht, solltest Du dich fragen, was bringe ich eigentlich zu unserem geplanten Workshop mit?

Auf Deiner Seite ist das leicht zu beantworten:

  • funktionierende Technik,

  • eine stabile Internet-Leitung,

  • einen gut gestrickten Workshop-Plan (eine Vorlage dafür, findest Du hier: https://www.bildungundkonzept.de/aktuelles/wie-konzipiert-man-einen-workshop)

  • Geduld, ausreichend Zeit und gute Laune :-)

Wichtig ist im Vorfeld auch abzufragen, ob eine:r deiner Teilnehmer:innen bestimmte Unterstützung benötigt, z.B. durch eine:n Gebärdensprachendolmetscher:in, die Übersetzung in Einfache/Leichte Sprache oder ähnliches. Gehe hierzu auch in den Austausch mit der Organisation für die Du dein Angebot ggf. durchführst und preise dies in Deiner Kalkulation auf jeden Fall mit ein!

Aber auch Deine Teilnehmenden werden Dir sicherlich Fragen zum geplanten Workshop stellen. Auch sie sollten im Vorfeld vor allem prüfen, ob ihre Technik (Kamera, Mikrofon und Lautsprecher) funktioniert und ob die erforderlichen Berechtigungen, z.B. für die Nutzung eines Videokonferenz-Tools einem Browser vorliegen. Ich bin davon weggegangen komplette Technik-Sprechstunden anzubieten - alternativ kommuniziere ich im Vorfeld, dass mein Workshopraum eine halbe Stunde vor dem Termin geöffnet ist. Jede:r, die:der dann Technik prüfen möchte, erhält dann durch mich individuelle Unterstützung.

In Teil 2 werde ich darüber erzählen, wie Dein digitaler Workshop gut funktioniert und abwechslungsreich gestaltet werden kann.


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